Dienstag, 19. Januar 2016

Aus dem Schatten von Kendrick Lamar und Dr. Dre


Die Lawine kam in's Rollen. Langsam, aber doch stetig und vorallem immer konsequent. Und nun ist Hype angesagt. Zurecht. Als Kind spielte er Schlagzeug und sang Gospel im Kirchen-Chor. Schon früh begann er eigene Songs zu schreiben. Eine Zeit lang war er gar mittel - und obdachlos. Essen für sein neugeborenes Kind auftreiben. Der Struggle ist real. Brandon Paak Anderson veröffentlichte dann 2010 seine Debüt-EP "Violets Are Blue". Damals unter dem blumigen und verträumten Künstlernamen "Breezy Lovejoy". Weitere EP's, Alben und Mr. Carmack-Edits folgten. 2014 kann dann mit "Venice" das erste Album als Anderson Paak. ("Don't forget the dot, nigga, you paid for it!"). Dieses beinhaltete einige Perlen. Als Referenz sei hier das grandiose "Miss Right" erwähnt. Selbst produziert von A - Z. Was dann passierte kann getrost als Musik-Geschichte verbucht werden. 6 (!) denkwürdige Featurings beim Doktor auf "Compton". Und nun, im frühen Rap-Jahr 2016, kommt er mit einem neuen Album, dass wir Ende des Jahres als eines der relevantesten bezeichnen werden. "Malibu" arbeitet stets an der Schnittstelle zwischen Hip Hop, R'n'B und Neo-Soul. Rap-Skillz und dope Gesangs-Parts? Kein Problem. Manchmal leicht angekratzt aber in der Summe immer sehr stimmig und epochal. Als Produzenten durften sich alte Helden wie 9th Wonder, Madlib und DJ Hi-Tek austoben. Das steht dem Album gut und erzeugt eine warme Grund-Atmosphäre. Gäste wie The Game, Talib Kweli oder BJ The Chicago Kid runden das Ganze sehr gut ab. Anderson kann Blackmusic, durch und durch. "Malibu" ist ein kleines Meisterwerk das die Vergangenheit mit der Zukunft verschmilzen lässt. Auf Sonne und Strand getrimmt. Keine Geschichten aus dem Ghetto. Weniger politisch und weit weniger Avantgarde als Kendrick Lamar. Aber nicht minder relevant. Frank Ocean wird genau hinhören.

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