2014 haben die Young Fathers aus Schottland überraschend den begehrten, britischen Mercury Price gewonnen. Interessant ist dieser Preis vorallem, weil er nicht nach Verkaufszahlen vergeben wird, sondern aufgrund künstlerischer Relevanz. Mit FKA Twigs oder auch Damon Albarn war der Mitbewerb relativ beachtlich.
Als Basis, wie bei vielen im Moment erfolgreichen
Bands, steht der HipHop. Aber „White Men Are Black Men“ ist vielmehr:
Indie-Rock, Garage-Punk und Weirdo-Soul. Die Schotten machen Pop-Musik für
Fortgeschrittene. In ihren sozialkritischen Texten werden Themen wie globale
Konflikte und Machenschaften von Grosskonzernen abgehandelt. Das Songwriting
ist frei, roh und wirkt an manchen Stellen etwas unfertig.
Sphärenartige Räume weichen brachialen, treibenden
Momenten. Träumerische Synthesizer, Drums die arg scheppern und Gitarren, die
bis zu Schmerzensgrenze verzehrt werden. Daraus resultiert avangardistische und
expressionistische Musik, die nicht beim ersten Hören direkt in’s Ohr gehen
will. Einige Hooks sind zwar einfacher gestrickt, aber auf Albumlänge vertreten
sie konsequent ihre Ideologie. Nebenbei ist hier auch eine Platte entstanden,
die perfekt zu ihrem Label/Vertrieb Big Dada bzw. Ninja Tune passt. Die Band
aus Edinburgh hat den Hype und die Aufmerksamkeit. Läuft bei denen.

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