Mittwoch, 8. Juli 2015

HipHop in Kuba



Musik ist in Kuba allgegenwärtig und ein grosser Teil der dortigen Kultur. Und nein, es gibt nicht nur den Buena Vista Social Club. Kuba ist auch viel mehr als alte Autos, Rum, Cohibas, wunderschöne Architekur in Pastellfarben und Guantanamera. Die wirtschaftliche Situation ist in Kuba aber immernoch sehr angespannt. Das staatlich verordnete Mindestgehalt liegt bei 20 Dollar im Monat. Es gibt auch eine, zum Teil, aufsässige Punk- und HipHop-Szene, die es mitunter weniger romantisch angehen lässt. Rap ist dort ausschliesslich noch in seiner rohen, ursprünglichen Art vorzufinden. Fernab von Bling-Bling und irgendwelchem Materialismus-Gehabe. Eingesetzt wie in den Anfangszeiten von HipHop: Als kritisches Sprachrohr der Gesellschaft. Was sich dort aber relativ schwierig gestalten kann in der Umsetzung. Als Musiker brauchst du eine Auftritts-Lizenz. HipHop wurde in Kuba lange kritisch begutachtet, auch von der Gesellschaft. Es wurde teilweise als kultureller Eingriff der USA angesehen. Viele Rapper hielten sich an die Vorbilder aus den USA mit ihrer Haltung und Ausdrucksweise. Es dauerte eine Weile, wie in vielen anderen Ländern auch, bis man sich der heimatlichen Kultur bediente. Nur allzu subversiv durfte man öffentlich nicht sein. Das ist bis heute so geblieben. Systemkritik in Reimform ist problematisch. Gruppen wie Los Aldeanos oder Barbaro Vargas sind nicht zufrieden mit der autoritäten Politik von Kuba und üben Sozialkritik. Es ist zu hoffen, dass in naher Zeit die Alltagsprobleme der Bevölkerung freier thematisiert werden können.

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